6 AUG 2022

#20
6. August 2022 / 20 Uhr

🍒 KUNSTHAUS EDITION II 🍒

Co-CURATED WITH TINTIN PATRONE

Mitten im Sommer präsentieren wir mit der 20. Edition einen heißkalten Mix aus langsam-schmelzendem Ambient, treibenden Drum-Rhythmen, hochgestapeltem Vinyl, scharf-gezuckertem Cocktail-Jazz und gleißenden Melodien. Alles wie gewohnt in stilübergreifender Improvisation. In besonderer Kooperation mit dem Kunsthaus Hamburg und unserer Co-Kuratorin Tintin Patrone.

Valentina Magaletti
Laila Sakini
(Drums, Voice, Piano, Vibraphone, Electronics)

Audrey Chen
(Cello, Voice, Electronics)

Vinyl -terror & -horror
(Vinyl, Turntables)

Moneyfriends
Brad Henkel (Trumpet)
Dan Peter Sundland (Bass, Voice)
Fabian Jung (Toys, Drums, Electronics, Voice)

Live Visuals
Alexander Trattler, Artur Musalimov / elektropastete

Grafikdesign
Raphael Zöschinger

Für Schlagzeugerin, Perkussionistin und Komponistin Valentina Magaletti ist genaues Zuhören so wichtig wie ein kompromisslos offener Umgang mit Tradition. Sie spielt mit Folk und Jazz genauso wie mit zeitgenössischer elektronischer Musik. Nicht nur mit ihrem Avantgarde-Duo Tomaga kam Magaletti zu internationaler Anerkennung, auch in ihren vielfältigen Kooperationen, etwa mit Nicolas Jaar, Jandek, Helm, Raime oder Thurston Moore, zentwickelte sie ihre innovativen Spielpraktiken. Bei 4fakultät bildet Magaletti ein besonderes Duo mit Sängerin und Multiinstrumentalistin Laila Sakini. Die in London lebende und in Melbourne aufgewachsene Sakini arbeitet mit unterschiedlichsten Instrumenten und Gesangstechniken und produziert damit einen eigenwilligen zeitgenössischen Sound zwischen Klassik, Jazz und Ambient. “An enigma with a purpose”, schrieb unlängst The Wire Magazine.

Vinyl-Jenga mit Risiko: Greta Christensen und Camilla Sørensen alias Vinyl -terror & -horror erforschen den Plattenspieler und das Material Schallplatte in ihrer rohesten und reinsten Form. Die Visualität und Körperlichkeit der Vinylrillen erlaubt es ihnen, das Abspielmedium in skulpturale Objekte zu verwandeln, während sie den Plattenteller als Instrument benutzen. Ihre Arbeit zeigt sich am besten live: Eine skurril-meditative Performance aus hochgetürmten Turntables lebt ein eigenwilliges, rauschhaftes Musikleben. Und das Ganze klingt nach: Vinyl-Punk pur.

Die chinesisch/taiwanesisch-amerikanische Musikerin Audrey Chen wurde 1976 in eine Familie von Materialwissenschaftlern, Ärzten und Ingenieuren außerhalb von Chicago geboren. Sie trennte sich von der Familientradition und wandte sich im Alter von acht Jahren dem Cello und mit elf Jahren dem Gesang zu. Nach jahrelanger klassischer Ausbildung dann in beiden Instrumenten – in Alter und Neuer Musik – ließ sie auch diese Konventionen hinter sich und entdeckte, wie sie sagt, „eine individuell ehrlichere Ästhetik“. Auch bei ihr fasst es sich am besten mit Superlativen: „Singing with Audrey is like working with all the possible noises of the universe and beyond, earthquakes, colliding galaxies and slugs sliding down a wet window, very quiet“, schrieb zu ihr The Wire Magazine

Und Moneyfriends? Das ist das anti-klassische Jazz-Trio aus Brad Henkel (Trompete), Dan Peter Sundland (Bass und Stimme) und Fabian Jung (Spielzeug, Schlagzeug, Elektronik und Stimme). Die drei spielen einen performance-orientierten, hoch-energetischen Noise-Rock-Free-Jazz. Auf höchstem musikalischen Niveau zerlegen sie die Vorstellung davon, was Jazz ist. Oder was ein Instrument ist? Eine Bühne? Was Spiel und was Ernst ist im Jazz — das auf jeden Fall.

Alexander Trattler und Artur Musalimov alias elektropastete entwickeln auch für diese Ausgabe ein spezielles Licht- und Visual-Design. Mit ihren live-generierten Projektionen machen sie jedes 4fakultät-Konzert zu einem einzigartigen audiovisuellen Erlebnis jenseits stilistischer Grenzen.

Gefördert durch den Musikfonds im Rahmen von NEUSTART KULTUR, initiiert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, von der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, von der Claussen-Simon-Stiftung, und dem Susanne & Michael Liebelt Stiftungsfonds unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung. In Medienpartnerschaft mit ByteFM, URSSS, Das Filter, Vision Tools, Each Film, KaputMag, HALLO: Radio

Fotos Franziska Holz

15 Jan 2022

#19
15. Januar 2022

Frisch ins neue Jahr! Mit melodischem Jazz, experimenteller Folklore, treibendem Schlagzeugspiel und verspielter Modularelektronik. In einer besonderen Ausgabe im resonanzraum Hamburg – co-kuratiert gemeinsam mit der Kölner DJ-Legende und Musikjournalistin Waltraud Blischke.

Milan W. & Elko B.
(Electronics, Electric Guitar)

Alma Miranda
(Voice, Flute, Cuatro, Trombone, Keys)

Elisabeth CoudouxPablo Gīw
(Cello, Trumpet)

hÄK / Danzeisen
(Drums, Modular Synth)

Live Visuals
Alexander Trattler, Artur Musalimov / elektropastete

Grafikdesign
Fenna Fiction

Milan Warmoeskerken alias Milan W. bewegt sich an den Rändern der Tanzmusik, ohne es seinen Zuhörerinnen und Zuhörern je zu bequem zu machen. In seinen frühen Arbeiten spielte der in Antwerpen lebende Künstlers mit Ambient-Klängen – ​​sein neueres Werk schlägt eine dynamischere Richtung ein. Sein neuestes Album In Bloom ist eine elektronische Melange aus körnigen Texturen und sanft treibenden Rhythmen. Elko Blijweert alias Elko B. studierte am Jazzstudio des Königlichen Konservatoriums in Antwerpen. Als ausgebildeter Multiinstrumentalist spielt er seit seiner Kindheit in unzähligen Bandprojekten. Blijweerts Gitarrentechniken erfährt man am besten live – mit seinem nuancierten, melodischen Ansatz erkundet er spielerisch den Raum zwischen instrumentalem Ambient und zeitgenössischem Jazz.

Was entsteht, wenn zwei helle Stimmen so klingen, als wären sie ein und dieselbe? Wenn aus wenigen Tönen weite Räume werden? Das Kölner Duo Alma Miranda der beiden Zwillingsschwestern Pía und Paz Miranda spielt mit diesen Fragen – und arbeitet dafür mit schwebenden Melodielinien und frei interpretierten chilenischen Volkstraditionen. Dafür nutzen sie ihre Singstimme zusammen mit unterschiedlichsten Instrumenten und Klangtechniken, wie etwa der Querflöte, dem Cuatro, der Posaune und dem Klavier. Ein Gesangs-Performance-Duo mit einer individuellen Herangehensweise an Jazz, Neue Musik und folkloristische Neu-Komposition.

Die Suche nach neuen Klängen und Spieltechniken führte die Cellistin Elisabeth Coudoux vom Studium klassischer Instrumente über Jazz und Neue Musik in die freie Improvisation. Neben ihren eigenen Projekten spielt sie Cello in interdisziplinären Kollaborationen mit Tänzer:innen, bildenden Künstler:innen und Performer:innen. Der in Köln lebende Trompeter und Performer Pablo Gīw nutzt experimentelles Trompetenspiel mit erweiterten Blastechniken. Dafür arbeitet er mit Elementen verschiedener Genres und kombiniert minimalistische Strukturen mit Noise, Jazz & Neo Soul. Mit seinem Instrument erschafft er komplexe Klangstrukturen – zischende Beats und rhythmisch kreisende Luft schichten sich über melodische Impulse und akzentuierte Riffpassagen.

Man muss sich hÄK / Danzeisen als einen Mensch-Maschine-Apparat vorstellen. Eine Ansammlung von Kabeln, Resonanzkörpern und rastlosen Gliedmaßen, die im gemeinsamen Spiel gängige Routinen hinterfragen. Bernd Norbert Würtz alias hÄK bedient einen Modularsynthesizer, selbst verlötete Schaltkreise und eigenwillige Kontrollregler. Philipp Danzeisen spielt ein mit Triggern und Sensoren erweitertes Schlagzeug. Diese beiden Pole werden zu einem klingenden Ganzen verbunden, in dem ein konstanter musikalischer Dialog stattfindet. Die Abhängigkeiten innerhalb dieses Systems sind genau definiert: Trommelwirbel und Klangmodulationen sind miteinander verschaltet, sodass zwischen der technologischen Struktur und dem kreativen Ausbruch kein Widerspruch besteht.

Die beiden Visual-Künstler Alexander Trattler und Artur Musalimov alias elektropastete entwickeln auch für diese Ausgabe ein spezielles Licht- und Visual-Design. Mit ihren live-generierten Projektionen machen sie jedes 4fakultät-Konzert zu einem einzigartigen audiovisuellen Erlebnis jenseits stilistischer Grenzen.

Fotos Jann Wilken

10 JUL 2021

#18
10. Juli 2021 / LIVE 21 Uhr

KUNSTHAUS EDITION

Wir freuen uns auf eine einzigartige Kooperation zwischen 4fakultät und dem Kunsthaus Hamburg. Ein multimediales Line-Up aus interaktiver Lichtinstallation, experimentellem Instrumenten-Design und opulenter Soundperformance ‒ das Ganze natürlich wieder in stilübergreifender Improvisation.

LINE-UP

Michela Pelusio
(Light/Sound Object; IT)

Hacklander / Hatam
(Drums, Light Installation; GER)

Ioana Vreme Moser
(DIY Modular Synth, Objects, Performance; GER)

Pierre Bastien
(Perpetual Sound Machines, Electronics, Trumpet; FR)

Live Visuals
Alexander Trattler, Artur Musalimov / elektropastete

Grafikdesign
Bureau Est

Die skulpturalen Arbeiten von Michela Pelusio sind audiovisuelle Erlebnisse aus Raum, Licht, Material und Klang. Mit minimalen Mitteln erschafft sie auf Basis psychoakustischer Forschung beeindruckende, raumgreifende Skulpturen. Ihre Arbeit bewegt sich sprichwörtlich zwischen Performance und Installation und lässt Kunst und Wissenschaft zu einem großen Gesamtkunstwerk verschmelzen. Ein bisschen so, als würde man Sound, Kunst und Quantenphysik mischen.

Avantgardistisch im Konzept und hochimpulsiv in der Performance. Das Drumming-Duo Hacklander / Hatam lotet die Schnittstelle zwischen elektronischer Klangkunst und konzeptuellem Schlagzeugspiel aus. Dabei wird Sound zum Medium, mit dem das Duo den Raum erkundet und die anwesenden Personen mit einschließt. Farahnaz Hatam und Colin Hacklander leben und arbeiten als Teil der Avantgarde-Musikszene in Berlin und präsentierten ihre Arbeiten bei internationalen Festivals und an renommierten Institutionen wie etwa dem Gropius Bau oder beim Berlin Atonal Festival.

Die in Berlin lebende Musikerin Ioana Vreme Moser versteht sich selbst als Klangkünstlerin und transmediale Erzählerin. Von elektromechanischen Instrumenten über Klangskulpturen bis hin zu grafischen Aufzeichnungen – Moser nutzt und erforscht performativ die Vielfalt von Materialien, die sich in ihren Geschichten zu einer Gesamterzählung verweben. Dabei greift sie immer wieder auf organisches Material, gefundene Gegenstände oder gar Müll zurück, um ihre audiovisuellen Ideen umzusetzen – die sich häufig im Kontext eines zeitgenössischen feministischen Diskurses bewegen.

Pierre Bastien als Tüftler zu bezeichnen greift viel zu kurz. Es beschreibt jedoch sehr gut die einzigartige Herangehensweise des in den Niederlanden lebenden Musikers, in dessen Arbeiten selbst gebaute Instrumente eine zentrale Rolle spielen. Bastians Faszination für das Mechanische ist für Zuhörerinnen und Zuhörer gut sichtbar. Das Schattenspiel der Musik-Apparate wird über Videoprojektionen, die im Detail den filigranen Bau der Maschinen zeigen, in den Raum projiziert. Verstärkt und Ergänzt wird der Eindruck dieses enigmatischen Musik-Kinos durch Bastians Spiel auf konventionellen Instrumenten, wie etwa der Trompete.

Gefördert durch Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Claussen-Simon-Stiftung, Hamburgische Kulturstiftung; In Medienpartnerschaft mit ByteFM, URSSS, Das Filter, Vision Tools, Each Film, KaputMag

Foto: Maik Gräf

14 MAR 2021

#17
14. März 2021 / LIVE 19 Uhr 🎥

Wir sind zurück mit einer neuen Ausgabe! Atmosphärischer Jazz, experimentelle Elektronik und explosiver Gitarren-Noise im resonanzraum Hamburg.

LIVE STREAM

Ale Hop
(Buh Records)

Sky Walking
(Dial, Bureau B, Mule Electronic)

Jasmine Guffond
(Editions Mego)

Spill
(Magda Mayas, Tony Buck / Creative Sources, Fish Of Milk)

Live Visuals
Alexander Trattler, Artur Musalimov / elektropastete

Grafikdesign
Lynn Lehmann, Dennis Gärtner / ZEBU

LINE UP

Ale Hop ist das musikalische Alias von Alejandra Luciana Cardenas. Mit verzerrten Gitarrenklängen und Real-Time-Sampling schafft die in Berlin lebende Künstlerin einen dichten Sound zwischen Noise, Pop, Avantgarde und Ambient. Ale Hop stand schon bei Festivals wie dem MUTEK in Montreal oder dem CTM in Berlin auf Bühne und überzeugte in New York mit einem elektrisierenden Boiler-Room-Set.

Christian Naujoks, Peter M. Kersten und Richard Von Der Schulenburg sind Sky Walking. Im Trio erspielen sich die drei Pioniere des Hamburger Elektronik-Undergrounds das musikalisch Offene. Ihr Klang vereint instrumentalen Jazz mit fein modulierter Elektronik. An Orgeln, Synthesizern, Vibraphon und Percussions verweben sie dichte Pattern und hypnotische Echos und öffnen einen Raum für vielschichtige Improvisationen.

Mit elektronischen Texturen und schroffen Beats öffnet Jasmine Guffond den Weg zu normalerweise unhörbaren Vorgängen. Die in Sydney geborene Künstlerin macht die Datenspuren hörbar, die jede*r Einzelne von uns durch Internet-Cookies und Gesichts-Erkennung in globalen Netzwerken hinterlässt. Die dabei entstehende Klangwelt ist gleichzeitig abstrakt-abgründig und energiegeladen.

Spill ist das gemeinsame Projekt der Pianistin Magda Mayas und des „The Necks“ Schlagzeugers Tony Buck. Seit fast 20 Jahren erkunden sie in ihrer Musik die Wechselwirkungen aus Rhythmus und Melodie mit einem ganz eigenen Ansatz. Während Mayas den präparierten Flügel als Perkussionsinstrument und Klanglabor nutzt, konzentriert sich Buck ganz auf seinen melodisch-erzählenden Ansatz beim Schlagzeugspiel.

Foto: Maik Gräf

26 SEP 2020

#15
26. September 2020

Wir sind zurück!

Am 26. September rufen wir 4fakultät gemeinsam mit dem resonanzraum zurück ins Leben. Ein Best-Of aus Underground-Jazz, Ambient-Elektronik, Noise-Pop und elektroakustischem Experiment. Natürlich wie gewohnt in stilübergreifender Improvisation.

>> AUSVERKAUFT <<

Selvhenter
(Eget Værelse / Kopenhagen, DK)

Jan Jelinek
(faitiche / Berlin, GER)

Rieko Okuda
(Creative Sources / Berlin, GER)

Fågelle
(Bengans / Göteborg, SWE)

Live Visuals
Alexander TrattlerArtur Musalimov / elektropastete

Poster Design
Studio Laurens Bauer & David Benski

LINE-UP

Das dänische All-Female-Quartett Selvhenter vermischt Free Jazz und Noise, minimalistische Kompositionen und ausgedehnte Improvisationen. Härte und Rohheit des Rock sind deutlich zu hören. Im Vordergrund steht ein treibend-enigmatisches Spiel mit Atmosphäre und Rhythmus, mit dem die vier Frauen den Genre-Klischees eine lautstarke Absage erteilen. Die vier gehören auf jeden Fall zu den spannendsten Experimental-Bands des Jazz. „Inyourface and without compromises!“ – Mats Gustafsson

Rieko Okuda begann ihre musikalische Laufbahn als klassische Pianistin und fand über ihr Studium zur Improvisation und zum Jazz. In den USA spielte Okuda mit Größen wie Marshall Allen und Elliott Levine. Ihre Arbeit vereint elektronische und elektroakustische Ansätze und ist geprägt von konzentrierter Repetition, einem schnörkellosen Minimalismus und weiten emotionalen Bögen. Bei 4fakultät wird Okuda mit zwei kontrastierenden Sets – am großen Konzertflügel und am E-Piano – die eindrucksvolle Spannweite ihrer Arbeit aufzeigen.

Der Berliner Musiker, Produzent und Labelbetreiber Jan Jelinek arbeitet sich seit Jahrzehnten an unterschiedlichsten Bereichen der elektronischen Musik ab. Seine Veröffentlichungen unter den Namen Farben, bzw. Gramm sind an elektronische Tanzmusik angelehnt, während er als Jan Jelinek einen experimentelleren Ansatz wählt. Den zentralen Baustein bei all seinen Projekten bildet das Sampling. Bei Vermeidung traditioneller Musikinstrumente konstruiert Jelinek Collagen mit winzigen Klangfragmenten aus einer Vielzahl von Aufnahmegeräten: Tonbandgeräten, digitalen Samplern und unterschiedlichen Mediaplayern. Die Aufnahmen werden zu Schleifen verarbeitet, die das Original auf das Wesentliche reduzieren. Jelinek gehört definitiv zu den zentralen Figuren des elektronischen Minimalismus. „Jelinek’s lustrously bare tracks helped define nineties-into-two-thousands minimal techno.“ – The New Yorker

„Ich arbeite mit einem Pop-Geist im Noise“, sagt Klara Andersson, der Mastermind hinter dem schwedischen Noise-Pop-Projekt Fågelle. In Anderssons aufwändig gearbeiteten und zugleich tief ergreifenden Song-Kompositionen reibt sich rauschhafter Wall-Noise mit ausdrucksstarken Pop-Melodien. Besonders eindrucksvoll ist Fågelles Arbeit mit Stimme und Gesang. Das Material von Sprache, Gitarre, Synthesizern und abstrakten Klängen mischt sie zu einer machtvollen Live-Performance. Als Produzentin, die sich in der Mitte zwischen Klangkunst und Pop sieht, verkörpert Fågelle perfekt die Idee stilübergreifender Improvisation.

Foto: Maik Gräf

29 NOV 2019

#14
29. November 2019

Wir beenden die Spielzeit 2019 mit einer besonderen Kooperation zwischen 4fakultät und resonanzraum Hamburg und feiern diese mit einem Best-of-Line-Up aus Neuer Musik, experimentellem Jazz, Stimme und Avantgarde-Elektronik.

Robert Lippok
(Raster / Berlin)

Tomat Petrella
(!K7 / Turin)

Martin Brandlmayr
Maja Osojnik
John Eckhardt
(Thrill Jockey / Vienna, Hamburg)

Sylvia Hinz
Justin Caulley
(XelmYa / Berlin, Hamburg)

DJ
Perila and mxdr
(radio.syg.ma / Berlin, Russia)

Live Visuals
Alexander TrattlerArtur Musalimov / elektropastete

Robert Lippok, Jahrgang 1966, studierte Bühnenbild an der Kunsthochschule Weißensee Berlin, bevor er 1995 mit seinem Bruder Ronald Lippok und Stefan Schneider die legendäre Band To Rococo Rot gründete. Nachdem er zwei Jahrzehnte mit dem Trio tourte, konzentriert sich Lippok nun auf Installationen, Bühnengestaltungen für interdisziplinäre Performances und Ambient-Techno-Experimenten. Seit 2001 veröffentlicht Lippok sein Solo-Werk auf dem Label Raster.

Der in Wien ansässige Martin Brandlmayr wird als einer der „am unverwechselbarsten klingenden Schlagzeuger auf diesem Planeten“ bezeichnet. Brandlmayr kreiert in seinem einzigartigen Stil vielgestaltige klangliche Texturen, kombiniert gekonnt händische Repitationen und sampelt seine eigenen Sounds. Für 4fakultät formiert Brandlmayr ein spezielles Trio mit der aus Slovenien kommenden Sängerin, Flötistin und Komponistin Maja Osojnik und dem in Hamburg lebenden Kontrabass-Experimentalisten John Eckhardt. Osojnik profilierte sich in so unterschiedlichen musikalischen Feldern wie experimentellem Jazz, freier Improvisation und Klangkunst, wobei sie ihre eigene Stimme zusammen mit Field Recordings, elektronischen Geräten, Spielzeugen und gefundenen Gegenständen einsetzt. Eckhardt erweitert den Klang-Kosmos des Kontrabasses immer wieder um neue Dimensionen und musikalische Kontexte, getrieben von seiner Neugierde und seinem Interesse an unterschiedlichen Stilen, Kontexten und künstlerischen Mitteln.

Davide Tomat and Gianluca Petrella bilden ein einzigartiges Jazz-und-Elektronik-Duo. Der in Turin ansässige Tomat konzentriert sich als Produzent, Musiker und Sound Designer auf Ambient-Sounds, Weltraum-Drones und psychedelische Elektronik. Er produziert Musik für Performances, Installationen, Theater, zeitgenössischen Tanz und Filme. Seine Tracks wurden von internationalen Künstlern wie Animal Collective, Liars, Fennesz, Acid Pauli und Gonjasufi als Remixe verarbeitet. Petrella ist ein gefeierter Jazz-Posaunist, der bereits auf Genre-bestimmenden Labels wie Blue Note oder ECM veröffentlichte. Diese musikalischen Spähren verbindend, erschaffen sie als Duo Tomat Petrella einen packenden Sound mit der Energie eines Stanley Kubrick-Filmes. Ihre letzte Veröffentlichung Kepler erschein auf dem Berliner Label !K7.

Die für ihr gleichermaßen heftiges und kühnes Spiel gefeierte Sylvia Hinz ist eine der weltweit führenden Flöten-Spielerinnen, spezialisiert auf zeitgenössische Musik und Improvisation. Anlässlich dieses Konzertes bildet sie ein Duo mit dem Viola-Spieler Justin Caulley, der als festes Mitglied im Hamburger Ensemble resonanz spielt. Basierend auf ihren umfassenden Erfahrung in Interpretation und Improvisation werden sie zeitgenössische Kompositionen mit ihrem individuellen Ansätzen der Improvisation verbinden.

DJ Perila und mxdr sind Gründungsmitglieder des Berlin Community Radio und Russlands radio.syg.ma. Das DJ-Duo wird vor und nach dem Konzert für einen emotional-rhythmischen Sound- / Atmosphären-Mix sorgen. In Zusammenarbeit zwischen 4fakultät und radio.syg.ma wird das Konzert am Tag der Veranstaltung auch live auf der Website der radio.syg.ma Plattform übertragen.

Foto: Maik Gräf

14 SEP 2019

#13
14. September 2019

Mike Cooper
(Room40 / Rome)

FOQL
(Oramics / Warsaw)

Yves de Mey
(Entr’acte / Antwerp)

Eva Zöllner & Goran Lazarević
(Wergo / Hamburg, Serbia)

Light Design / Projections
Alexander TrattlerArtur Musalimov / elektropastete

DJ
Paulina Allamah

Classic in his own genre of Hawaiian Futurism, Mike Cooper masters a most unique and intoxicating take on lap-steel guitar exotica. Expect a hat-shadowed face, a well worn Hawaiian shirt and a steel guitar wired into a table of electronic business … and you are only half way there. Cooper’s rich and evocative music is best experienced in his utterly flawless live performance.

Over the last few years Justyna Banaszczyk aka FOQL has released an impressive amount of music on different types of media, and on various labels such as New York Haunted and Pointless Geometry. Her hypnotic and unconventional style stems from her industrial and dark roots, and thanks to her soft spot for experiments, heaviness and the most innovative corners of dance music, she avoids the obvious, especially when playing live.

Antwerp-based producer Yves De Mey has his roots in sound design and scoring for performing arts, film and installations. His main tools are an ever-growing modular analog rig and some vintage synths, combined with an avid interest in audio manipulation. In his enigmatic live concerts De Mey alludes to a rave past, a history of repetitive and nervous patterns, all melded together in an increidibly versatile live performance technique.

Eva Zöllner was educated as classical accordionist at the Academy of Music in Cologne and at the Royal Danish Academy of Music in Copenhagen. She is considered as one of the most active accordionists of her generation. For 4fakultät Eva will perform in a duo with Hamburg based accordionist Goran Lazarević. Goran‘s main spheres of music practice lay in live-electronics, microtonal and computer music, and free improvisation Eva’s and Goran’s exploration of the accordion will be paying attention to the offshore sound potential of their instrument.

Foto: Philipp Schewe

22 JUN 2019

#12
22. Juni 2019

Jimi Tenor
(Warp / Helsinki)

Méryll Ampe
(Audiotalaia / Paris)

Alireza Mehdizadeh
Pejram Tahmasbi
(Berlin, Iran)

Acre
(Creative Sources / Rome)

Light Design / Projektionen
Alexander Trattler, Artur Musalimov & Maximilian Mittermeier / elektropastete

Fernab aller aktuellen Trends und Hypes. Das Werk des finnischen Musikers und Komponisten Jimi Tenor vereint Elemente afroamerikanischer Musik, spontane Improvisation, Show-Glamour und Camp zu einem eigenen musikalischen Stil. „Jimi Tenors Verstand wird dorthin reisen, wo sein Körper nicht hin kann. Er lebt isoliert in einem Vorort von Ost-Helsinki und sammelt Pilze und hat exotische musikalische Fantasien in der Stille des Endlosen.“ Veröffentlichungen auf Philophon, Herakles Records, Kindred Spirits und Warp sprechen von einer ausgeprägten stilistischen Vielfalt. Ob Flöte, Saxophon, Drummachines oder seine Stimme – fast jede Klangquelle ist möglich. Trash und technisches Kalkül liegen hier nah beieinander.

Die Komponistin und Klangdesignerin Méryll Ampe vereint in ihrem Werk zwei performative Praktiken: „Ich stelle Verbindungen zwischen meiner musikalischen und meiner visuellen Arbeit her, indem ich Techniken einsetze, die direkt auf die Skulptur verweisen: Das Schneiden in die Masse, die sukzessive Modulation, das Meißeln, Sägen und Abschaben von akustischem Klang mittels digitaler Klangverarbeitung und analogem Werkzeug. Damit kann ich Echo, Spannungen, Brüche und Interpunktion zu erzeugen. Ich verstehe Improvisation als eine ununterbrochene Sequenz, die die immersive Komposition des Raumes offenbart.“

Ausdrucksstark verbindet Alireza Mehdizadeh folkloristische Komposition und technische Virtuosität auf der Kamancheh, einem klassischen persischen Streichinstrument. Seine akribisch modulierten Melodien bewegen sich auf mikrotonalen Skalen aus dem Dastgah-Tonsystem und verarbeiten Improvisationselemente der persischen Musik zusammen mit Meditationslehren des Sufismus. Alirezah ist Mitglied des renommierten Mastan Ensembles mit dem er gemeinsam durch Europa, die USA und Kanada tourte. Bei 4fakultät wird Alireza im Duo von dem klassischen Setar-Spieler Pejram Tahmasbi begleitet.

Das in Rom ansässige Improvisationstrio Acre arbeitet an verschiedenen Formen der akustischen und visuellen Imagination von Musik und Sound. Der Klang der Gruppe bildet sich aus teils klar erkennbaren Einflüssen und deren Dekonstruktion im Moment des Live-Spiels. Das Trio kombiniert Elemente des instrumentalen Free-Jazz mit der Unberechenbarkeit digitaler Instrumente und schafft so einen detailreichen, unitarischen Sound mit fragilen Strukturen, changierenden Klangfarben und scharfen stilistischen Kontrasten.

Foto: Philipp Schewe

16 MAR 2019

#11
16. März 2019
(Marsken Records / Denmark, Berlin)
 
 
 
Live Visuals
Alexander Trattler & Artur Musalimov / elektropastete

Die Avantgarde-Musikerin Bérangère Maximin collagiert intensive elektro-akustische Soundbilder, in denen sie den Ursprung der Einzelklänge unkenntlich werden lässt. Mit erstaunlichem Effekt. Ihre Technik erlaubt es ihr, den Detailreichtum ihrer Sounds in einem diffundierenden Spiel aus Kontrast und Einheit rhythmisch in Szene zu setzen. Ihre Live-Performance erarbeitete die französische Musikerin anfangs in Zusammenarbeit mit John Zorn unter der Unterstützung seines New-Yorker Labels Tzadik. In 2018 spielte Bérangère ein Solo-Konzert in der ePhil-Serie der Elbphilharmonie Hamburg. Seit 2008 brachte die Komponistin fünf Alben heraus und spielte diverse Konzerte von London über New York bis Tokio gespielt.

Andrew Pekler, der in den USA aufwuchs und seit 1995 als Elektronik-Musiker in Berlin lebt, komponiert und arrangiert mit analogem Synthesizer aus melodischem und geräuschhaftem Material neue, lebendige Tonbilder. So schuf er etwa mit „Phantom Islands – A Sonic Atlas“ eine interaktive Online-Karte, mit der die Zuhörer*innen auf eine Reise durch Geräusche und Klänge von mittlerweile verschwundenen Inseln gehen können. Mit seiner teils spekulativen, teils kalkulierten Arbeitsweise erprobt er ein produktives Spannungsverhältnis zwischen Organischem und Synthetischem. Kürzlich veröffentlichte Pekler mehrere Solo-Alben auf profilierten Elektronik- und Avantgarde-Labels wie Kranky, Entr’acte und auf Jan Jelinek’s Faitiche-Projekt.

Das Trio The Home of Easy Credit der Saxophonistin Louise Dam Eckardt Jensen, des Bassisten Tom Blancarte und dem Schlagzeuger Jim Black fand sich während des Studiums in New York. Das Trio legt wenig Wert auf technokratische Attitüde und mikroskopisches Klein-Klein klassischer Jazz-Combos. Stattdessen erkundet ihre hochemotionale Performance die dystopischen, post-apokalyptischen Facetten des zeitgenössischen Free Jazz. Melodiefragmente und solistische Ausbrüche mischen sich mit rhythmisch-schabenden, instrumentalen Flächen aus Metal, Dark-Ambient und Drone. Dam Eckardt Jensen und Blancarte betreiben gemeinsam das dänische Jazz-Elektrnonik-Label Marsken Records.

Felix Kubin und Mark Boombastik haben als Wegbereiter des Hamburger Electronic-Udergrounds schon zu diversen Anlässen miteinander und in unzähligen lokalen und internationalen Projekten kooperiert. Virtuos an den Tasten variiert Kubin sein Live-Setup um eine Konstante, dem Korg MS20. Mark Boombastik filtert sein Beatboxing-Stimm-Gewitter durch analoge Effekte und modulare Synthesizer. Die gemeinsamen Elemente ihrer Musik sind disharmonischer Pop, industrieller Lärm und damit die Avantgardemusik des 20. Jahrhunderts. Felix Kubin ist darüber hinaus Betreiber des Hamburger Elektronik-Labels Gagarin Records, einem unersetzlichen Aderlass für „Futurist pop, Anti-Music, Electronic Surgery, Sound and Radio Art and Preußen-Noise.

Die Musikerin und Journalistin Lucia Udvardyova kuratiert als Teil des trans-europäischen SHAPE-Netzwerk Workshops, Soundwalks und Radio-Kunst zu Fragen von Region und Über-Internationalität, Elektronik und Gender. Bei 4fakultät #11 wird sie die vielfältigen Aspekte ihrer Arbeit in ein DJ-Set übersetzen.

24 NOV 2018

#10
24. November 2018

⚡ 10. AUSGABE JUBILÄUMSEDITION ⚡

Kate NV
(Rvng Intl, Orange Milk Records / Moscow)

Shitney
(ILK Music / Sweden, Estonia)

JBXDR
(Springstoff / Berlin)

A.K.Klosowski
(Gagarin Records / Hamburg)

DJ
Nina (V I S, Golden Pudel Club / Hamburg)

Lichtdesign / Live Visuals
Alexander Trattler & Arthur Musalimov

Grafikdesign
Keep it, Love it, Call it George

JUBILÄUMSEDITION

3 JAHRE — 10 KONZERTE — 60 MUSIKERINNEN

Wir danken allen KünstlerInnen, ZuhörerInnen und UnterstützerInnen und feiern die 10. Ausgabe einmal mehr mit vier außergewöhnlichen internationalen Acts!

Die Moskauer Klangkünstlerin Kate Shilonosova alias Kate NV zeigt mit zeitgenössischem Minimalismus und einem Fokus auf emotionale Details eine doppelbödig-enigmatische Soundperformance. Mit Alltagsgegenständen, elektronischen Instrumenten und ihrer Stimme erforscht sie spielerisch den Kontrast von gegenwärtigem Pop, avantgardistischer Elektronik und klassischer Musik. Ihr aktuelles Album „для FOR“ wird international als eine der wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres 2018 gefeiert (FACT Magazine, Pitchfork.com). Maria Faust und Qarin Wikström alias Shitney inszenieren ihren hyperbolischen Noise Jazz als musikalisch-feministische Invasion von ‚Sun Ra’s Saturn-Kolonie‘. Das Duo erschafft mit Saxofon, Stimme und Elektronik eine eigenständige, surreal-intensive Klangwelt und zerstört damit gnadenlos gängige Genre-Erwartungen. Zu hören ist eine kraftvolle, mitreißende Dekonstruktion des „maskulin-muskelbepackten Free Jazz“. Beide Musikerinnen arbeiten in diversen orchestralen Kolloborationen und wurden mit zahlreichen internationalen Jazz- und Musikpreisen ausgezeichnet (Danish Music Award, Estonian Jazz Award).

Der Electronic-Jazz Drummer Jörn Bielfeldt alias JBXDR gilt als ‚eine der spannendsten neuen Stimmen in Deutschlands elektronischem Underground‘ (Clash Magazine). Sein speziell entwickeltes Drum-Setup aus akustischen und elektronischen Komponenten nutzt er für die Re-/Konstruktion eines vielschichtigen Soundtracks. Keine Edits, keine Loops, keine Backing-Tracks. Jedes Klangelement der Neu-Komposition wird live gespielt. „Ich zerlege meine Musik mit meinem Schlagzeug.“

A.K.Klosowski, der u.a. mit Fehlfarben arbeitete, überrascht mit einem gespenstischen Lo-Fi-Tape-Sound aus obskuren Klangfetzen, die er rhythmisch arrangiert. Der Experimentiergeist der frühen 80er ist bei ihm klar zu hören und wirkt dabei wie eine Vorwegnahme des heutigen Digitalismus. Sein selbstgebautes „Kassetteninstrument“ arbeitet mit analogen Walkmans. Die Klangspuren werden live bedient, die einzelnen Tapes auf dem orgelförmigen Instrument per Hand gesteuert. Technisch innovativ und atmosphärisch dicht liefert A.K.Klosowski einen klanglich-ironischen Kommentar zu den gegenwärtigen Debatten über digitales Sampling. Auf diese Weise reiht A.K Klosowski sich perfekt ein in die Reihe an (un)zeitgemäß überzeitlichen Veröffentlichungen von Felix Kubins ‚Gagarin Records‘.

Foto: Phil Struck